Donnerstag, 22. April 2010

zehn vor 8

Gute Nachricht zuerst: Sebastian sitzt im Flieger und ist damit morgen früh bei mir in Sri Lanka. Damit fehlt uns zwar eine Woche, aber wir haben noch 12 Tage übrig, die wir bestens nutzen werden. Daumen drücken heißt es jetzt!

Kurzer Überblick unserer geplanten Reise:
- Freitag will ich Seppi Aluthgama zeigen, abends essen gehen, sowas..
- Samstag fahren wir nach Hikkaduwa und treffen uns dort mit den Kosgoda-Leuten zum schnorcheln und ausspannen(zumindest mit denen, die noch übrig sind - es war leider eine Abschiedswoche)
- Sonntag Abend zurück, Montag die Gegend erkunden und Dienstag gehts los auf Reisen
- erst nach Kandy (Zahntempel, Botanischer Garten)
- von dort nach Ella (Teeplantagen, Wasserfälle, Hängebrücken)
- von dort nach Yala (Nationalpark - Safari)
- von dort nach Mirissa (Whale Watching) oder Unawatuna (schnorcheln, surfen)
Am Wochenende sind wir dann wieder zurück. Sind eigentlich ganz zufrieden mit diesem Plan! Man kommt ja in Sri Lanka auch nicht sonderlich schnell voran. Für 200km kann man schon mal 7-8 Stunden Bus- bzw. Zugfahrt einplanen. Aber wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel. Und hier in Sri Lanka trifft das tatsächlich dazu.

Entschuldigung dafür, dass ich mich in den letzten Tagen so rar gemacht habe. Die Pläne hatten sich ja Aschewolke-bedingt geändert und so bin ich mit meinen Kosgoda-Freunden nach Hikkaduwa gefahren, um dort die Ruhe zu genießen (die verrückten Sri Lankaner feiern immer noch ihr Neujahr, deswegen ist meist alles noch geschlossen). Natürlich waren wir Samstag Abend feiern. Und so kam es auch, dass ich erstmals am Strand geschlafen habe...
Sonntag Abend haben wir unseren Leigh verabschiedet, der jetzt noch 2 Monate durch Asien reisen wird. Montag Abend hatten wir Besuch aus Kosgoda. Dienstag Abend sind wir rüber zu denen gefahren und haben eigentlich gehofft, nachts eine Schildkrötenmami beim Eierlegen beobachten zu können. War aber nichts. Dafür saßen wir die ganze Nacht zusammen und haben uns einen vom Pferd erzählt (mein Englisch wird zunehmend besser). Weil dann gewitterbedingt der Strom ausgefallen ist und daher auch die Ventilatoren nicht gingen, war es in den Räumen zu heiß und so haben wir auf Sofakissen draußen auf dem Hof geschlummert.
Gestern hieß es dann Tanks auf der Schildkrötenfarm schrubben und glücklicherweise konnte ich gestern Abend endlich in mein eigenes Zimmer ziehen. (Das hat zwischenzeitlich als Auffanglager für eine deutsche Touristin gedient, die wegen dem blöden Vulkan nicht nach Hause konnte). Und obwohl ich relativ pünktlich ins Bett gegangen bin, hab ich wieder nicht viel Schlaf abgekriegt. Es gab ein dermaßen gewaltiges Gewitter, das so laut und so hell war, dass es mich die ganze Nacht wach gehalten hat. Also saß ich stundenlang vorm Fenster und hab Blitze beobachtet. Trotz Schlafmangel in den Nächten bin ich jeden Morgen ganz genau zehn vor 8 wach. Meine innere Uhr tickt nun also auch nach Sri Lankanischer Zeit. Hab ich schon erwähnt, dass ich in 5 Wochen schon wieder zu Hause bin? Oh Gott...

Letzte Woche war hier ja große Feierwoche wegen dem buddhistischen Neujahr. Wie angekündigt haben André und ich die Chance genutzt und sind nach Pinnawella ins Elefantenwaisenhaus gefahren. Das hieß zum ersten Mal Reisen mit dem Zug. Und es war wunderbar! Ich dachte ja, nichts kann schöner sein als Tuk-Tuk fahren... Hab ich mich wohl geirrt. Türen und Fenster sind offen, Leute hängen sind von draußen dran. Und da man alles mal mitmachen muss, haben wir das natürlich auch gemacht. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es für ein wunderbares Gefühl ist, die Umgebung nicht nur zu sehen, sondern auch zu fühlen. Der Fahrtwind, die Gerüche, die Landschaften von Meer bis Hochland, die vielen Menschen... Ich kann einfach nicht genug von diesem Land bekommen!

überfüllter Bahnhof in Colombo auf der Hintour (alle wollten nach Hause)



Angekommen in Pinnawella sind wir nach gut 4 Stunden Fahrt. Zum Glück. Wir haben gerade noch Mittagessen in einem Hotel bekommen, als sich auch schon das ganze Dorf aus dem Staub gemacht hat. Klingt komisch, ist aber so. Kleinbusse kamen, Familien sind eingestiegen, vor den Läden wurden die Schotten dicht gemacht. Und da standen wir dann. Am Dienstag Nachmittag. Völlig allein mitten im Nirgendwo. Haben nur die Strohballen gefehlt, die über die Straße huschten... Nachdem wir ein bisschen Zeit tot geschlagen haben, hatte Leigh Feierabend, der hatte auch noch einen Freund gelernt (Engländer - natürlich - aber der konnte fließend deutsch, das war auch mal schön). Zusammen sind wir dann nach Kegalle gefahren, um Neujahr zu feiern. Eine Stunde später waren wir wieder zurück. Auch in Kegalle feiert man Neujahr lieber unter sich, bzw. im Familienkreis. Also haben wir einen Hotelzimmer-Arrack-Kartenspiele-Abend im kleinen Kreis veranstaltet. Wir waren ja auch die Einzigen im Hotel. Nicht mal die Besitzer waren da. Hatte ein bisschen was von 'The Shining'...
Den Mittwoch haben wir im Elefantenwaisenhaus verbracht und waren mit denen baden am Fluss. Das war große Klasse.




Der Abend verlief wie der Vorabend, und nach einem kleinen Ausschlafen am Donnerstag haben wir uns auf den Weg zurück nach Aluthgama gemacht. Den Zug um 12:30 nach Colombo haben wir perfekt erwischt. Leider hab ich irgendwie die Angewohnheit, mich hier ständig einzusauen, ohne viel dafür zu tun. Als ich also nach einer guten Stunde Fahrt aus dem Zug gestiegen bin, war einfach alles an mir orange.


Naja, also bin ich schnell auf Toilette geflitzt, und gerade als ich wieder raus bin, ist der Zug nach Hause vor unserer Nase davon gedüst. Somit hieß es zwei Stunden warten auf den Nächsten. Vor dem Bahnhof haben wir dann tatsächlich ein paar Läden gefunden, die offen hatten. Dort haben wir uns was zu Essen und zu Trinken gekauft und habens uns damit dann am Gleis gemütlich gemacht - nur um 2 Stunden später in den falschen Zug zu steigen. Das Leben kann einem schon manchmal ein Schnippchen schlagen. Also mussten wir zwischendurch umsteigen in einen Bus, der so überfüllt war, dass ich vorne neben dem Fahrer auf dem Motor sitzen musste. Leider war dies auch der langsamste Bus der Welt, da er alle 200 Meter angehalten hat. Ich war ab und an etwas besorgt um mein Hinterteil, weil der Motor immer heißer wurde. Nach insgesamt fast 7 Stunden sind wir dann Donnerstag Abend wieder zu Hause gelandet. Was für ein Ritt!

Jetzt werd ich mir langsam was zum Abendbrot besorgen, vielleicht ein/zwei Stündchen schlafen und dann gehts ab zum Flughafen. Ich kanns kaum glauben, dass Sebastian in 10 Stunden hier ist! Viele liebe Grüße nach Hause. Ich denke viel an euch! Allerdings kann ich mir nicht mehr so richtig vorstellen, bald zurück zu kommen... Kommt doch einfach alle her!?

Freitag, 16. April 2010

Nichts mit Happy New Year

Irgendwie scheinen buddhistische Bräuche und ich uns nicht gut zu verstehen... Mittwoch hat hier das neue Jahr angefangen und schon krieg ich eins auf den Deckel.

Es ist schon alles ein bisschen scheiße... Musste dieser blöde Vulkan ausgerechnet jetzt ausbrechen? Sebastian ist gerade am Frankfurter Flughafen angekommen und kann quasi auf direktem Weg wieder zurück fahren. Sein Flug wurde annuliert, genauso wie alle anderen Flüge zur Zeit... Er wurde umgebucht auf Mittwoch. Ich bin sprachlos und ganz schön traurig.

Montag, 12. April 2010

Regenwald, Volleyball und Elefanten

Ich hab kaum Zeit, daher eine kurze Zusammenfassung von einem der schönsten Wochenenden, die ich je hatte (auch eine lange Beschreibung könnte dem nicht gerecht werden). Am besten ich mach es gleich in Stichpunkten, bitte denkt euch fehlende Wörter dazu oder seht einfach drüber hinweg.
- Freitag Mittag nach Kosgoda, die Engländer abholen, dann alle zusammen mit dem Bus nach Galle (neue Flip Flops kaufen, weil kaputt), umsteigen, weiter nach Akuressa, umsteigen, weiter nach Deniyaya - nach knapp 6 Stunden Busfahrt durch Berg und Tal sind wir Freitag Abend 19 Uhr am Ziel gewesen
- Gästehaus gesucht, Zimmer aufgeteilt (hatte unglücklicherweise Pech weil meine Bettnachbarin geschnarcht hat wie ein Wal), bisschen Karten gespielt, Ausflug durch den Regenwald geplant, pünktlich ins Bett (aber schlafen war echt nicht drin)
- Samstag früh um 6 (!!) aufgestanden, halb 7 Frühstück, um 7 alle in den Kleinbus (glücklicherweise war der Gästehaus-Besitzer auch gleichzeitig unser Regenwald-Führer), nach 45 Minuten Fahrt am Eingang
- Socken über die Hosen, ordentlich mit Salz eingerieben (viiiele Blutegel) und schon konnte es losgehen
- 6 Stunden lang quer durch den Regenwald - es war der Wahnsinn! Wer mich kennt, weiß, dass ich für Wandereien oder ähnliches nur selten Begeisterung aufbringen kann - aber das war einfach nur wunderbar! Wir haben so viel gesehen, waren an traumhaften Wasserfällen, sind geklettert, Berg hoch, Berg runter... Die letzte Stunde lang hat der Regenwald seinem Namen noch alle Ehre gemacht. Es hat geregnet wie auch Eimern. Natürlich waren wir pitschnass (echt jetzt, nichts war mehr trocken - die Blutegel haben sich gefreut)
- einige waren schlau und hatten Regenjacken dabei... ich nicht. Trotzdem, oder gerade deshalb, hat es total viel Spaß gemacht
- ziemlich erschöpft gegen 15 Uhr wieder im Gästehaus gewesen, geduscht, Blutegel abgeschnippt, Rechnungen bezahlt (kann sich ganz schön hinziehen bei 10 Leuten)
- und wieder hat es geregnet... Der nette Gästehausmann hat uns mit seinem Kleinbus zum Busbahnhof gebracht, wo wir auch gleich einen leeren Bus in Richtung Mirissa erwischt haben
- dort sind wir abends gegen 20 Uhr angekommen. Im Regen natürlich. Da standen wir dann, ein bisschen bedröppelt, unter ein Vordach gequetscht. Eigentlich dachten wir, wir könnten in Mirissa feiern - aber wie wir da so standen, mussten wir uns eingestehen, dass es wohl nichts wird mit Tanzen gehen. Wichtiger war ja auch ne Unterkunft - die wir zum Glück auch bald gefunden hatten. Da gabs dann lecker Essen und wir mussten nur über die Straße gehen und waren schon am Strand. Diesmal haben wir uns zu dritt ein Bett geteilt, war aber nicht schlimm, lag eh nur 3 Stunden drin
- Überraschenderweise gabs am Strand doch noch eine Bar, die für uns sogar die ganze Nacht lang Michael Jackson gespielt hat (weiß nicht mehr genau, wie es dazu gekommen ist). Ein paar Stunden später saßen wir mit unseren Plastikstühlen in einer Reihe im Meer, haben Sterne und die Milchstraße bewundert und uns über unser Leben gefreut.
- Sonntag um 8 Frühstück und dann ab zum Strand. Eigentlich hatte ich fest vor, den ganzen Tag mit Harry Potter auf einer Liege zu verbringen und mich keinen Meter zu bewegen. Daraus wurde nichts. Wir sind am Strand spazieren gegangen, haben Volleyball und Cricket gespielt, waren schwimmen,... Es war ein perfekter Tag! Nachmittags wieder in den Bus, zurück nach Galle (wieder Schuhe kaufen, weil meine verloren), umsteigen und ab nach Hause. Völlig kaputt aber glücklich bin ich hier dann gestern Abend ins Bett gefallen...

Heute haben wir viel gearbeitet (so viel wie noch nie an einem Tag) - wir wollen morgen nämlich mit nem guten Gewissen nach Pinnawella zu den Elefanten fahren... Macht hier zwar eh keiner was, aber einfach mal so 3 Tage weg ist ja vielleicht auch nicht unbedingt üblich... Daher jetzt wenig Zeit. Ist schon wieder so spät und ich muss noch zu Ende packen. Morgen halb 8 geht der Zug nach Colombo, dort umsteigen und irgendwie finden wir uns dann da auch hin. Morgen Abend wird buddhistisches Neujahr gefeiert. Feine Sache. Donnerstag komm ich wieder (glaub ich). Samstag kommt Sebastian. Wo ist die Zeit geblieben?


Reisetruppe Hurtich

da sind wir hoch geklettert



mit André und Sam aus England - ein bisschen nass

Mittwoch, 7. April 2010

Pläne

Mittlerweile gewittert es hier jeden Abend... Es ist, als würde sich mit einem Mal der Himmel auftun und Wasser ausgießen. Man sieht die eigene Hand vor Augen kaum. Die Donnerschläge sind laut und kämpfen gegen den lärmenden Regen an. Obendrauf kommen Blitze, wie man sie von so ganz tollen Langzeitbelichtungsbildern (heißt das so?) kennt... Wie Äste, die sich über den ganzen Himmel verteilen. Ich liebe das! Gerade sitz ich auf der Terasse und genieße die Regenluft. Allerdings glaub ich, dass ich das anders sehen werde, wenn die Regenzeit begonnen hat. So wie es jetzt ist, ist es perfekt: tagsüber Sonnenschein, abends Regen und Gewitter. Leider hat das zur Folge, dass wir immer mal Stromausfall haben... Entweder weil die Stadt ihn ausstellt oder weil wir es freiwillig machen, weil wir Angst haben, dass ein Blitz einschlägt. Aber ich bin ja ausgestattet mit einer Taschenlampe – kann also nichts schief gehen :)

Und noch etwas ist hier gerade sehr aufregend: Am Donnerstag wird in Sri Lanka gewählt. Seit Wochen wird intensiv Wahlkampf betrieben, in den letzten Tagen besonders verschärft. Überall fahren Autos herum, da sitzen manchmal 10 Leute drin, und vorne neben dem Fahrer sitzt einer mit nem Mikro und der erzählt den ganzen Tag das Gleiche. Ob man's nun hören will oder nicht. Fragt man sich doch, warum die keine Kassette oder so bespielen und die dann ablaufen lassen. Wir haben auch beobachtet, dass seit den letzten Tagen verstärktes Polizeiaufkommen herrscht. Busse werden angehalten und kontrolliert, manchmal sogar mit Spiegeln an der Unterseite. Leute müssen ihre Ausweise zeigen. Sogar in noch so kleinen Dörfern stehen bewaffnete Polizisten an der Ecke... Die haben glaub ich alle ein bisschen Angst, dass es zu Auseinandersetzungen oder Anschlägen kommen könnte. Das ist auch einer der Gründe, warum unsere Kandy-Fahrt verschoben wurde. Wir werden uns am Donnerstag alle ganz brav von Städten und größeren Menschenansammlungen fernhalten und mit dem Hintern zu Hause bleiben.



Aber dafür haben wir einen unschlagbaren Plan für das nächste Wochenende! Freitag Mittag geht’s nach Kosgoda, wo wir die anderen abholen. Zusammen fahren wir mit dem Bus oder mit dem Zug, weiß ich jetzt gar nicht, in Richtung Regenwald und suchen uns da eine Unterkunft. Samstag früh marschieren wir dann da durch und am Nachmittag geht’s weiter nach Mirissa im Süden. Da schlafen wir dann auch und Sonntag möchten einige raus aufs Meer uns Wale anschauen. Ob ich das auch mache, weiß ich noch nicht, schließlich würde das bedeuten, 6 Stunden mit einem kleinem Boot hin und her zu schaukeln... Die Alternative, ein Strand-Sonntag und vielleicht ein bisschen surfen, ist ja auch nicht ohne.
Sonntag Abend fahren wir dann zurück. Klingt doch prima! Freu mich jetzt schon wie ein Schneekönig. Heute Abend kommt ja die Neue, Mandy heißt sie, vielleicht will sie ja auch gleich mit.

Und einen Plan für die nächste Woche gibt’s auch schon! Dienstag zu Mittwoch wird hier buddhistisches Neujahr gefeiert, weshalb die ganze Woche lang eigentlich niemand arbeitet (Überraschung!). Aus diesem Grund haben auch André und ich frei und die Zeit werden wir nutzen, um nach Pinnawela ins Elefantenwaisenhaus zu fahren. Da ist nächste Woche nämlich unser Leigh und zusammen mit dem werden wir dann ein bisschen Elefantenkacke wegkarren... Heißt quasi: Wir ziehen Montag Abend oder Dienstag früh hier nen Kreis, fahren mit dem Bus 5 Stunden dorthin und kümmern uns dort um Elefantenbabys. Ich denke mal, dass es im Laufe des Donnerstag dann zurück geht. Schließlich kommt Sebastian ja Samstag früh schon!

Im Moment könnte es mir hier nicht besser gehen. Ich steh auf und hab ein Lächeln auf den Lippen und genieße die Zeit hier in vollen Zügen!


Geburtstagsfeier am Sonntag (an der übrigens nur Männer teilnahmen - die Frauen haben sich drin um die Kinder gekümmert):

Sonntag, 4. April 2010

Sonne, Regen und viel Arrack

Nachdem wir Donnerstag spontanerweise Leighs Freundin Lina mit 2 Flaschen Arrack verabschiedet hatten, sind wir Freitag früh (etwas lediert) von Hotel zu Hotel gezogen, um für die geplante Karte Informationen einzuholen. Gegen Mittag waren wir wieder zu Hause, haben Sachen gepackt (mein Rucksack war proppevoll, und das für nur eine Nacht – ich hab keine Ahnung wie ich das mache, wenn ich mit Sebastian eine ganze Woche rumreise) und sind dann los nach Hikkaduwa. Bus fahren ist hier wirklich immer ein Erlebnis. Entweder hat man den langsamsten Bus der Welt, den schnellsten oder den lautesten, so wie wir am Freitag. In Hikkaduwa angekommen, hat sich mein Kopf in etwa 3 mal so groß angefühlt. Die Singhala-Musik im Bus und die besonders laute Hupe haben ihren Teil dazu beigetragen... Die anderen aus Kosgoda waren schon da und hatten uns auch schon eine Unterkunft im Lovely GuestHouse gesichert. Den Nachmittag haben wir am Strand verbracht, wo die Jungs schon ein bisschen geschnorchelt haben. Wir Mädels sind dann ein bisschen bummeln gegangen. Schon relativ früh waren wir dann Essen. In einem Restaurant, das auf den ersten Blick jetzt nicht der Hammer war. Auch auf den zweiten eigentlich nicht. Aber wir Glücksschweine haben dann einen Felsvorsprung hinter dem Restaurant entdeckt und kurzerhand Tische und Stühle raus getragen, sodass wir direkt am Meer saßen. Danach ging es zurück ins Gästehaus, ein bisschen vorglühen und zusammen sitzen, und dann sind wir los zum Vibrations. Wat ne Nacht! Der erste Schwung unserer 10-köpfigen Companie ist gegen 1 abgehauen. Wir anderen konnten uns so früh natürlich noch nicht von der Tanzfläche trennen... Das tolle an dem Club war, dass sich der DJ in regelmäßigen Abständen mit Bongospielern abgewechselt hat. Auf dem Weg nach Hause sind wir noch fix ins Meer gehüpft und irgendwann gegen 4 lag dann auch ich im Bettchen. Zum Glück gehört ein Moskitonetz in den meisten Unterkünften zur Hauptausstattung, sodass ich auch beruhigt schlafen konnte. Am Nachmittag haben wir nämlich eine tellergroße Spinne hinter unserer Tür sitzen gehabt...
Sonntag früh waren Conny und ich die ersten am Frühstückstisch (etwas mehr lediert als am Vortag). Die anderen Schnarchnasen haben sich ne Stunde später dann auch aus dem Bett bequemt und nach einem laaaangen Frühstück gings ab zum Schnorcheln. Mit dem Boot (ich hatte kurz ein bisschen Angst) sind wir ein Stück weit raus zu einem Felsen und nach ein paar Atemübungen sind wir mit Schnorchel, Maske und Flossen ins Wasser gehüpft. Ich war total begeistert. Ganz viele Korallen in den verschiedensten Farben, kleine, große, bunte Fische, Seeigel,... Da gab's echt viel zu sehen! Die anderen haben gesagt, als sie vor 2 Wochen dort schnorcheln waren, sind sie mit einer großen Meeresschildkröte geschwommen... Wenn Sebastian da ist, wollen wir auch ein Wochenende in Hikkaduwa verbringen und dort schnorcheln. Vielleicht haben wir ja Glück und sehen auch eine...
Den Rest des Tages haben wir am Strand verbracht, einige waren surfen, andere, so wie ich, waren froh, einfach nur zu liegen und die Meerluft zu schnuppern.
Am späten Nachmittag ist Conny abgereist (zurück nach Deutschland. Arme Conny!), André und ich sind noch auf ein Abschiedsbierchen geblieben, haben mit den Engländern Fußball geguckt und schließlich einen Bus kurz vor 9 zurück nach Aluthgama genommen. Dort sind wir dann nach dem Abendessen auch halbtot ins Bett gefallen...



Es war ein großartiges Wochenende mit wirklich tollen Leuten! Leider war es das erste und letzte mal mit dieser Truppe... Tom und Leanne reisen weiter durch Sri Lanka, Conny ist zurück in Deutschland... Am nächsten Wochenende wollen ein paar von den übrig Gebliebenen einen Trip zum Regenwald machen. Vielleicht hängen wir uns wieder dran...

Heute sind wir nach dem Ausschlafen mit einem einheimischen Freund von André mit dem Tuk-Tuk ein gutes Stück ins Inland gefahren. Das war große Klasse. Man könnte mich auch 5 Tage am Stück mit dem Tuk-Tuk durch die Gegend kutschieren... Unser Ziel war ein Wasserfall, den wir nach einer guten Stunde erreicht haben. Ein paar Einheimische waren auch da und haben sich dort ausgiebig gewaschen. Netter Anblick :) Nachdem wir ein bisschen geplanscht haben, sind wir mit den ersten Donnerschlägen wieder zurück zum Tuk-Tuk. Unterwegs hats dann ordentlich angefangen zu regnen. Es regnet ja hier eigentlich nie nur ein bisschen. Man denkt immer, die Welt geht unter. Im Spaß hab ich zu André gesagt, dass es irgendwie typisch für uns wär, wenn uns jetzt ein Reifen kaputt gehen würde. Zehn Minuten später standen wir mit nem Platten am Straßenrand und mussten im strömenden Regen den Reifen wechseln.






Jetzt sitz ich auf der Terasse, freu mich über dieses schöne Wochenende und auf den heutigen Abend. Weil die kleine Anisha morgen Geburtstag hat, aber da ein Teil der Familie nach Kandy muss, wird heut schon ein bisschen vorgefeiert. Man kommt hier aus dem Feiern gar nicht raus.

Leider gab es eine kleine Planänderung: Ich fahr diese Woche doch nicht mit nach Kandy. Andrea meinte, sie braucht mich hier mehr, um dieses große Projekt vorzubereiten. Schade, aber was will man machen...

Ich wünsche ein schönes Osterfest und erholsame freie Tage (gehabt zu haben)!

Donnerstag, 1. April 2010

Tempel

Wie versprochen schreibe ich noch ein paar Eindrücke von meinem Tempelbesuch...
Da wir am Samstag da waren und schon bald das buddhistische Neujahr vor der Türe steht (14.4.), war der Tempel außerordentlich gut besucht. Eigentlich blöd, dass ich noch nicht eher da war, denn vom EDC sind es nur 10 Minuten Fußweg bis dorthin. Die Buddhastatue ist eine der größten Tempelstatuen in ganz Sri Lanka.

Hinter ihr liegt also die Tempelanlage, die sowohl von Buddhisten als auch von Hinduisten genutzt wird. Die teilen sich ihre Götter nämlich. Auch schön oder? Auf dem Gelände gibt es wahnsinnig viel zu sehen. Also nicht so wie wir das kennen: eine Kirche mit einem großen Saal und gut ist. Nee nee, jeder Gott hat da seinen eigenen kleinen Raum oder Verschlag, und jeder Gott hat auch seine ganz eigene Aufgabe. Es gibt zum Beispiel einen, an den man sich wendet, wenn man beispielsweise Probleme mit dem Nachbarn hat. Wenn der einen also ärgert, dann kann man mit ner Kokosnuss zu dem Gott kommen, der verflucht die dann quasi und diese Kokosnuss gibt man dann dem Nachbarn, sodass dem was Schlimmes passiert. Ja, was soll man dazu sagen. Man kann besagte Kokosnuss wohl aber auch so preparieren lassen, dass sie Glück bringt.
Andere Götter sind für Neuanschaffungen zuständig (neues Auto - ab zum Gott, der das segnet). Es gibt auf der Tempelanlange die verschiedensten Bauten, klein und groß, rund und eckig. Dazwischen strömen Menschen mit Obst und Blumen (die man zur Genüge auf dem Vorplatz kaufen kann) hin und her, opfern diese den jeweiligen Göttern und zünden mit Öl kleine Feuer an (aus ähnlichen Gründen, aus denen man in der christlichen Kirche Kerzen anzündet).


In der Mitte der Anlage steht ein rundes Gebäude, das um einen Baum errichtet wurde. Dort rein setzen sich die Menschen, beten, erzählen, opfern Blumen oder Obst,... Auch wir haben uns dort hingesetzt und lange die Menschen beobachtet.

Mein persönliches Highlight war dann, also eine Frau - wie bessesen mit den Augen rollend, kreischend, tanzend und mit nem riesigen Obstkorb auf dem Kopf - auf uns zugebrettert kam. Wir sind dann aufgestanden und gemeinsam mit einheimischen Schaulustigen einmal um die Kurve gegangen, wo wir dann den Ursprung für die Verrücktheit der Obstfrau entdeckten. Da stand ein Priester (mit einem Zwiebel-ähnlichen Knoten auf dem Kopf) und hat ein Seil als Lasso über einige Frauen geschwungen. Dann mussten die an irgendwas schnuppern, haben dann angefangen zu zittern und zu kreischen und zu blubbern (hat ein bisschen an Exorzismus erinnert). Und so sind die dann eine Runde im Carree, bis sie wieder beim Zwiebelprister angekommen waren. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, kam die Sippe von außerhalb und hat das Theater veranstaltet, um ein neues Kind in der Familie zu segnen. Zu unserer Erleichterung waren wir nicht die Einzigen, die damit nicht viel anzufangen wussten.




Anschließend traf ich den Mercedes-Mönch (eigentlich darf man als Mönch gar kein materielles Eigentum besitzen. Geschenke zählen dabei wohl aber nicht. Also fährt der Mönch eben einen Mercedes. Man biegt sich die Wahrheiten halt auch hier so, wie man sie haben möchte...). Der hat mich gesegnet und mir ein weißes Band ums rechte Handgelenk geschnürt. Sonderlich Mühe scheint er sich dabei nicht gegeben zu haben, schließlich hatten wir keine 24 Stunden später eine unangenehme Begegnung mit einer Welle. Beim nächsten Mal, wenn ich ihn sehe, werf ich ihm ne Kokosnuss auf den Fuß.

Impressionen
Auf dem Weg zum Tempel



Mittwoch, 31. März 2010

Ein Mittwoch, wie er im Buche steht

Heute war wieder ein wunderbarer Tag! Am Vormittag bin ich mit André nach Kosgoda zur Schildkrötenfarm gefahren, allerdings war ich heut ein Träumerle... Zwar hatt ich ständig einen Besen zum Tanks schrubben in der Hand, aber zum sauber machen bin ich irgendwie nicht gekommen. Meine Gedanken sind abgedriftet in alle Richtungen... Und als sich der Himmel dann dunkelgrau verfärbt hat, war's sowieso um mich geschehen. Was für ein Naturschauspiel! Natürlich mussten die Schildis dann kurz warten, weil wir alle mit unseren Fotoapparaten am Strand standen. Dummerweise hat die Pumpe heute gänzlich das Zeitliche gesegnet, sodass wir die armen Schildkröten nur mit Mühe und Not wieder mit Wasser beglücken konnten.
Zusammen mit den anderen haben wir dann beim Lunch unseren Wochenendtrip nach Hikkaduwa geplant, den André und ich vorhin noch ein bisschen ausgepfeilt haben. Da er mit seiner Freundin schon öfters hier, kennt er hier schon ein paar Leute. Und mit einem von den Schlawinern unternehmen wir am Sonntag einen Ausflug zu Wasserfällen ein Stück weit ins Landesinnere und danach gehts zum Brief Garden, einem wohl ganz schnieken Anwesen eines englischen Kolonialherren.
Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, kam dann nach dem Mittagessen auch ganz schnell die Sonne wieder, sodass wir noch eine große Strandrunde drehen konnten. Dann haben wir uns in den Bus zurück nach Aluthgama gesetzt, sind mit dem Tuk-Tuk schnell nach Haus gedüst, haben uns dort die Räder geschnappt und sind wieder runter zum Strand. André hat sich im Surfen versucht und ich habs mir mit Harry auf der Liege gemütlich gemacht (ich für meinen Teil hab ja erstmal genug von Wellen)...
Kann man sich einen schöneren Arbeitstag vorstellen?


Montag, 29. März 2010

Attention please...

Kleiner Nachtrag: Wegen der Zeitumstellung sind es jetzt nur noch 3,5 Stunden Zeitunterschied. Das wollt ich nur nochmal gesagt haben. Gute Nacht!

10 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause

... das ist die Devise! Ja, man mag es kaum glauben, aber die Sri Lankaner können sich tatsächlich selbst übertreffen (oder unterbieten??)in Sachen Arbeitsmoral. Heute ist Vollmondtag, da macht hier keiner einen Finger krum. André und ich wollten aber wenigstens ein bisschen was tun. Er hat dann einen Miniatur-Rasenmäher in die Hand gedrückt gekriegt und sollte den Rasen im Garten trimmen. Froh und munter hat er sich an die Arbeit gemacht, bis Lal ihm nach einigen Minuten unmissverständlich zu verstehen gegeben hat, dass nach 10 Minuten Arbeit bitte unbedingt 5 Minuten Pause zu machen sind. Ich hingegen war heute wieder mit der Homepage beschäftigt und befinde mich in den letzten Zügen. Gerade bin ich dabei, die englische Seite aufzupeppen und hoffe, dass ich das in den nächsten Tagen abschließen kann. Dann werd ich mich einer weiteren Seite zuwenden, die zu einem Verein namens LOTUS (Leben ohne Sorgen und Tränen) gehört und außerdem warten ein paar Flyer auf mich, die ich erstellen soll. Da freu ich mich schon drauf.

Es ist ein bisschen komisch, dass Mami nicht mehr hier ist. Ich hab zwar von Anfang an viel allein unternommen, aber sie fehlt hier trotzdem.
Aaaber: Schon in 19 Tagen kommt Sebastian!! Das wird prima. Er wird hier auch ein bisschen was machen, vor allem Fotos für die Flyer und außerdem sollen Videos über die Freiwilligenarbeit für die Internetseite gedreht werden. Außerdem werden wir eine Woche lang durch das Land reisen und alles erkunden. Ich freu mich schon riesig drauf!

Der Plan für die nächsten Tage sieht folgendermaßen aus:
Morgen fahren Andrea, Lal und Anisha für ein paar Tage nach Kandy, um dort ein großes Projekt vorzubereiten. Das heißt, wir haben bis Samstag quasi sturmfrei. Mittwoch gehts zur Schildifarm und am Freitag wollen André und ich mit ein paar Leuten nach Hikkaduwa fahren. Dort wollen wir faulenzen, abends tanzen gehen und Samstag schnorcheln.
Nächsten Dienstag fahren wir auch ein paar Tage nach Kandy. Ich glaube, bis Freitag oder Samstag. Dieses Projekt, das Ende April startet, ist eine riesige Umfrage rund um das Thema Wasserversorgung. Dazu müssen sämtliche Pläne eingeholt, Bürgermeister informiert und Vorbereitungen getroffen werden. Das erledigen wir dann alles. Außerdem kommt nächste Woche auch eine neue Praktikantin, mit der ich mir wieder das Zimmer teilen werde. Aber ist ja nur für ein paar Tage, bis Sebastian kommt.

Die Kratzer von gestern verheilen im übrigen gut. Nachdem am späten Nachmittag noch ein paar Schnitte unterm Fuß mich Brandy ausgespült wurden (aua!), ging es gestern Abend schon viel besser. Mich würde mal interessieren, was aus dem Kapitän (muss ich noch klar stellen: wir waren nicht nur zu viert unterwegs! Es war ein Kapitän dabei und ein Helferlein, beide sehr erfahren) geworden ist. Und ob das Boot zu reparieren ist. Vor lauter Schreck hab ich auch meine Schuhe auf dem Boot vergessen. Vielleicht nehmen wir in den nächsten Tagen mal Kontakt zu denen auf und gehen nochmal zusammen einen trinken. Hat man sich ja verdient nach so einem Tag.

So, jetzt gehts erstmal ins Betti. Es ist zur Zeit so schwül hier, dass man gar nicht anders kann, als den ganzen Tag müde zu sein. Kein Wunder, dass hier alles etwas langsamer abläuft...

Sonntag, 28. März 2010

Von Tempeln, Abschied und vielen Pflastern

Es ist 10 Uhr am Morgen, ich sitz mit zwei Verbänden an Knie und Fuß und einigen Pflastern auf der Terasse und trinke Arrack mit meinen Mitstreitern. Eigentlich wollten wir ja Hochseefischen... Nachdem ich Mami letzte Nacht in ein Flugzeug gesetzt hab (schnief), war ich gegen 1 wieder im Bett. Um 7 bin ich wieder aufgestanden, um ein paar Minuten später mit Andre zum Strand zu radeln und dort Leigh und seine Freundin Lina zu treffen. Dann kam auch schon unser Boot: 6m, kleine Kabine, vorne kann man liegen und hinten sitzen. Da haben wir uns hingebretzelt und schon ging's los... Mit Füßen im Wasser haben wir die ersten kleinen Wellen ganz gut gemeistert. Dann kam eine Große. Und als wir auf deren Rücken runter gerutscht sind, kam schon die Nächste, die dummerweise noch ein bisschen größer war. Und eh wir reagieren konnten, ist das Boot frontal in diese riesige Welle gekracht, das Glas der Kabine ist zersplittert, ich bin hin und her geschleudert worden und alles war nass. Das ging unglaublich schnell. Ich bin dann aufgesprungen, um zu sehen, ob mein Rucksack nass war (natürlich war er, das Boot stand ja unter Wasser), als ich dann gesehen hab, dass Leigh voller Blut ist. Ein Blick in die Runde und schließlich auch an mir runter hat mir verraten, dass wir alle ordentlich was abbekommen haben... An die nächsten Minuten kann ich mich nicht so richtig erinnern. Wir sind dann zurück zum Strand gefahren, ausgestiegen, haben im EDC angerufen und dann kam jemand und hat uns ins Medical Centre gefahren. Dort wurden die Wunden desinfiziert, Glassplitter entfernt und alles verbunden und verpflastert... Wir waren keine 5 Minuten auf dem Meer!! So langsam weicht das Adrenalin aus meiner Blutbahn und der Kreislauf läuft auch wieder rund. Was für ein Tag! Und der ist noch keine 3 Stunden alt! Ich denke, wenn wir jetzt ausgiebig gefrühstückt haben, werd ich runter ins GuestHouse fahren, wo Mami gewohnt hat und den Rest des Tages am Pool verbringen und mich von dem Schrecken erholen. Damit hat echt niemand gerechnet... Ich denke, es war mein erster und letzter Versuch was Hochseefischen angeht.

Sonst zum Wochenende: Donnerstag hatten wir eine kleine Abschiedsfeier im GuestHouse, Freitag früh waren wir Beach Cleaning (hat keinen Spaß gemacht),den Nachmittag über waren wir ganz faul und abends nochmal schön essen. Samstag früh sind wir in den Tempel gefahren – echt ein Erlebnis! Das schreib ich aber alles mal in Ruhe, wenn mein Kopf ein bisschen freier ist. Abends bin ich gemeinsam mit Mami und einem Freund nach Negombo zum Flughafen gefahren und nach einem tränenreichen Abschied sind wir dann zurück gefahren. Naja, und der Rest ist bekannt.

Also, macht euch keine Sorgen, ich bin wohlauf. Und ich hab wieder ordentlich was zu erzählen :) Prost!

Leigh kurz danach...

beim Onkel Doktor

erholen...

Donnerstag, 25. März 2010

Mit dem Radl durch Sri Lanka

Schon wieder steht ein Wochenende kurz bevor... Meine Woche war ganz in Ordnung, nicht umwerfend spektakulär, aber ok. Es ist nichts aufregendes passiert, so langsam macht sich ja auch hier der Alltag breit. Gestern war ich wieder bei den Schildis und hab das wie immer genossen. Heute früh hatte ich meine zweite Deutschstunde, die wieder sehr gut geklappt hat. Das macht mir echt Spaß, das Unterrichten, obwohl ich mich oft frage, wer eigentlich diese Sprachregeln erfunden hat... Wie soll man denn den Leuten hier verständlich machen, warum manchmal ein „ß“ und manchmal ein „ss“ benutzt wird... Und über manche Wörter können die sich kaputt lachen. Ananas zum Beispiel oder Kakerlake. Nach den zwei Stunden Unterricht hab ich mich auf ein Fahrrad geschwungen und bin in Richtung Stadt gedüst (vor einigen Tagen hatte ich mit André schon einmal den Versuch unternommen, mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren – da er aber noch vor den Bahnschienen, also nach 200m schon einen Platten hatte, haben wir's aufgegeben). Fahrrad fahren ist hier echt ein Erlebnis! Es ist Linksverkehr, jeder fährt wie er will, ständig wird gehupt, überholt und angehalten, wo auch immer man das für richtig hält... Die Straßen sind nicht breiter als in Deutschland, und trotzdem passen nebeneinander 1 Bus, 1 LKW (die überholen sich gegenseitig), 2 Tuk-Tuks, 1 Moped und 1 Kuh. Und ich mittendrin – wunderbar! Ich hab das total genossen, mal ne halbe Stunde mit niemandem zu reden und für mich selbst ein bisschen was zu erkunden. Es gibt ja wirklich viel zu sehen hier. Ein großer Supermarkt, Food City, sorgt für das Nötigste. Und dann gibt es unzählige kleine Straßenläden, bei denen es auch Kleinigkeiten zu essen, trinken, Zigaretten, Telefonkarten usw. gibt. Und es gibt Haushaltsläden, in denen man wirklich ALLES findet. Von Bügeleisen über Bilderrahmen bis hin zu alten Wäscheständern. Man glaubt ja gar nicht, wieviel Zeug man in 5 Quadratmetern unterbringen kann. Mehr als ein Mitarbeiter passt dann auch eigentlich nicht mehr rein. Auf dem Rückweg hab ich ganz viel Eiscreme gekauft, André hat heut nämlich Geburtstag, und dann hab ich ordentlich in die Pedalen getreten... Nun werd ich mich noch ein bisschen an die Homepage machen und am späten Nachmittag geht’s zu Mamis Abschiedsfeier. Morgen früh ist Beach Cleaning angesagt und dann werd ich bis Samstag noch bei Mami sein und sie abends dann mit zum Flughafen bringen. Für Sonntag ist Seafishing mit ein paar Leuten geplant. Früh morgens schon solls raus gehen mit dem Boot, mal schauen, ob wir was fangen. Ich hoffe, ich werd nicht seekrank bei den Wellen hier...

Um ehrlich zu sein, hab ich manchmal trotz all der tollen Erfahrungen hier ein bisschen Sehnsucht nach zu Hause... Ich merke hier, wie sehr ich mein Leben in Deutschland mag (nicht, dass ich nicht vorher schon gewusst hab) und wie mir vollem die Alltagsdinge fehlen, über die man manchmal so schimpft oder die einem selbstverständlich oder sogar langweilig erscheinen. Ich genieße die Zeit hier in Sri Lanka, aber ich freu mich schon unheimlich auf den Sommer in Deutschland. Es ist doch was anderes, wenn die Liebsten am anderen Ende der Welt sind. Ich denke viel an euch und schick euch liebste Sonnengrüße!

Montag, 22. März 2010

Was für ein Wochenende...

Es ist Montag Abend, gleich halb 11 und eigentlich wollte ich schon lange im Bett liegen. Es ist wie zu Hause – ständig nimmt man sich vor, abends unbedingt eher ins Bett zu gehen, aber es klappt einfach nie. Ich komme gerade von einem Essen mit Mutti und Freunden wieder, schreibe nun noch schnell ein paar Zeilen und will dann ganz unbedingt noch den dritten Harry Potter unter meinem Moskitonetz zu Ende lesen...

Zu meinem Wochenende: Es gab schon Schönere... Schon Donnerstag Abend hab ich gemerkt, dass mein Magen ein bisschen verrückt spielt, die Nacht hab ich dann nicht geschlafen, sondern mit einem Ekel-Frosch kämpfend im Bad verbracht, Freitag schien es aufwärts zu gehen, dann sind wir nach Colombo gefahren, allerdings hatte sich der Plan mit der Feierei erledigt, weil ich schon bald wieder im Bett lag und froh war, dass ich mein Leben hatte... Samstag Vormittag haben wir dann nach dem Frühstück schon den Heimweg angetreten, mich mit den nötigsten Heilmitteln bestückt und ins Bett gesteckt. Gegen Abend wurde das Fieber dann höher, sodass Muttern mich zum Arzt geschliffen hat. Ja, man muss hier schließlich alles mal mitgemacht haben. Es war eine sehr süße Arztpraxis und hätt ich keine Kopfschmerzen gehabt, hätten wir uns wahrscheinlich gekringelt vor lachen. Die Ärztin wollte mir dann auch noch Halsschmerzen einreden (ich hatte keine), weil mein Hals angeblich so rot gewesen wäre. Hinterher hab ich auch gewusst, warum. Die Gute hat so eine große gelbe Taschenlampe gehabt, deren Lichtstrahl die Farbe ändert, je öfter man drauf drückt. Nachdem sie mir also kompetent (und rot) in den Rachen geleuchtet hat, wurde das Licht noch grün und blau, bevor es schließlich ausging...
Naja, jedenfalls gab's ein paar lustige Tabletten in allen Farben und Formen und siehe da – gestern ging es mir schon viel besser. Muttis Geburtstagsfeier holen wir am Donnerstag nach, da soll nämlich auch schon ihr Abschied „gefeiert“ werden (ohje).

Kleiner Trost: Die Zeit vergeht offenbar... In 25 Tagen kommt Sebastian, in 68 Tagen bin ich wieder zu Hause.

Morgen gehts überraschenderweise auch schon mal zur Schildkrötenfarm. Der Leigh unterrichtet ja hier englisch und plant mit seiner Klasse eine kleine Vormittags-Exkursion nach Kosgoda und hat mich gefragt, ob ich Lust hab, zweite Aufsichtsperson zu sein. Ha, dacht ich mir, aber immer doch. Freu mich schon auf die kleinen Schildis.


Elefantenbad im Fluss


Streifenhörnchen (links) gegen Eidechse (rechts)
(Eidechse hat gewonnen, Hörnchen war zu feige)


beim Abendessen im Nachbardorf

Freitag, 19. März 2010

Nur ganz kurz

Mein Deutsch-Unterricht gestern Vormittag war große Klasse und hat mir ganz viel Spaß gemacht. Meine Schüler sind etwa 15 bis 19, sehr freundlich und neugierig... Das mach ich ab jetzt also Donnerstag! So langsam nimmt meine Arbeitswoche feste Gestalt an.
Nach Sonnenuntergang waren wir am Strand und haben dem Gewitter zugeguckt. Manchmal waren die Blitze so hell und groß, dass man den Horizont sehen konnte.
Heut früh waren wir unterwegs und haben Hotels abgeklappert, weil wir eine Broschüre erstellen wollen und dazu ganz viele Daten brauchen... Das war auch ganz in Ordnung und wird wiederholt, bis wir damit durch sind.

Meine Woche sieht jetzt also folgendermaßen aus:
Montag - Homepage
Dienstag - Homepage
Mittwoch - Schildkrötenfarm
Donnerstag - Unterricht, nachmittags Homepage
Freitag - abwechselnd Beach Cleaning und Hotels abklappern

Damit lässt es sich doch leben!
Jetzt gehts gleich nach Colombo, wo Mutti und ich das Wochenende verbringen werden. Mal schauen, wo wir schönes finden, um in Muttis Geburtstag reinzufeiern.
Bis bald!

Kaya! Ganz viel Erfolg für deinen Wettkampf morgen! Holly und ich drücken fest die Daumen!!!

Mittwoch, 17. März 2010

Ich werd Schildkröten-Hebamme!

Während Montag und Dienstag relativ unspektakulär verlaufen sind (viel an der Internetseite gebastelt, Sonja verabschiedet), war heute mein bisher schönster Tag hier in Sri Lanka. Gleich früh bin ich gemeinsam mit André, einem freiwilligen Helfer der seit letzter Woche hier ist, und dem Engländer Leigh nach Kosgoda zur Schildkrötenfarm gefahren. Dort leben nicht nur Schildkröten, sondern auch andere Voluntäre, sogar 11 an der Zahl. Alles Engländer, bis auf Conny – studiert in Leipzig und ist sehr sympathisch. Morgen kommt sie uns hier mal besuchen, dann gehen wir Cocktails schlürfen.
Naja, jedenfalls haben wir die nächsten Stunden dann damit verbracht, die Tanks der Schildis sauber zu machen. Aber nicht mit Lappen oder so – nein, wir sind ja hier in Sri Lanka, da macht man alles ein bisschen anders: Schalen der Kokosnuss werden in handliche Streifen geschnitten, die man dann immer wieder in Sand titscht, und damit rubbelt man dann Beckenrand ab, bis er nicht mehr glitschig ist... So läuft das. Die Becken werden dann wieder mit Meerwasser gefüllt (die Farm ist direkt am Strand), das mittels einer notdürftig zusammen geschusterten Pumpe direkt aus dem Meer in die Tanks befördert wird. Da besagte Pumpe in regelmäßigen Abständen gestreikt hat, sind wir nicht wirklich schnell vorwärts gekommen. War aber nicht schlimm – man entspannt dann eben einfach. Gegen Mittag waren wir fertig, dann gab's da lecker Essen und anschließend haben wir lustig Karten gespielt. Dann kam eine Mitarbeiterin der Farm und hat uns gebeten, mal nach den verbuddelten Eiern zu sehen (letzte Woche hatt ich das Kräutergarten-Prinzip schon mal erklärt). Nachdem wir dann – zu meinem Entsetzen – einige Eier ausgebuddelt haben, die... naja, kein Lebenszeichen aufwiesen, haben auf einmal, keiner hätt's gedacht, kleine Köpfchen und Flügelchen aus dem Sand geguckt. Und es hat gar nicht wieder aufgehört! Es müssen um die 70 oder 80 Schildkrötenbabies gewesen sein, denen wir da einen herzlichen Empfang bereitet haben. Was für ein Erlebnis! Die Kleinen sind sehr niedlich und sollen wohl noch heute Abend in die Freiheit entlassen werden. Wünschen wir ihnen Glück :)
Für mich steht jetzt fest, dass ich jeden Mittwoch dorthin fahren werde. Die Leute dort sind sehr nett, man verbringt den ganzen Tag am Meer und die Arbeit da macht echt Spaß.
Dafür bin ich jetzt krummelahm und freu mich aufs Betti. Morgen geht’s früh raus, da hab ich nämlich meine erste Deutschstunde. Na ich bin gespannt!

putzen...

füttern...

buddeln...